Bei der Eröffnung der COP

Un-Flagge

So ganz scheinen sich die delegierten Staatenvertreterinnen und -vertreter nicht zu trauen: Der große Saal mit dem Namen “New York” füllt sich nur langsam – aber stetig.

Die Presse wartet geduldig, um die Delegationschefs abzulichten, der UNFCCC-Pressesprecher bearbeitet noch ganz entspannt ein paar E-Mails, der BMUB-Fotograf darf noch ein paar Fotos aus der ersten Reihe machen – und nun füllt sich auch das Präsidium: UNFCCC-Chefin Patricia Espinosa, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, der marrokanische COP-Präsident und weitere Gäste treffen ein.

Zu Beginn der offiziellen COP-Eröffnung wird der Staffelstab von Marokko an Fidji übergeben: Der Präsident der COP 22, die 2016 in Marrakesh stattfand, spornt Präsident Bainamarama von der Republik Fidji und die Delegiergen mit einer stolzen Rede über die Leistungen eines agilen Afrikas, die Möglichkeiten einer globalen Klimaweltgemeinschaft im Kontext internationaler Klimapolitik und die Verpflichtung den folgenden Generationen gegenüber an. 2017 in Bonn rückt der Fokus von Afrika auf die besonders verletzlichen kleinen Inselstaaten. Jene Staaten, die bei einem Anstieg des Meeresspiegels im Meer versinken würden – was für Inseln wie Kiribati oder Marshall Islands bereits lebensbedrohliche Realität ist. Das macht die Weltklimakonferenzen spätestens seit Paris so besonders: Die Folgen des Klimawandels sind greifbar, sind gefährlich, Menschen aus besonders verletzlichen Staaten und Regionen werden gehört. Es gibt keine Ausrede mehr dafür, Klimaziele nicht einzuhalten oder um Gradzahlen zu feilschen. Die Verhandlungen sind wichtig, sagt der marokkanische COP-Präsident genauso wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks – und: “das Handeln jetzt umso wichtiger”.

Die Übergabe der COP-Präsidentschaft geschieht per Akklamation: Frank Bainamirama leitet von nun an die COP 23. Zum ersten Mal ist ein so kleiner Staat Gastgeber. Es hat sich tatsächlich etwas verändert. Es geht nun wirklich los. Mit einer kraftvollen Zeremonie in Fidji-Tradition.

Verfasserin: Nina Wettern; BMUB-Pressesprecherin bei der COP