Die 23. COP geht zu Ende

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In Bonn geht am heutigen Freitag die Weltklimakonferenz von 196 Staaten zu Ende. Es war die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat. Rund 22.000 Teilnehmer auf dem Gelände, dazu mehr als 4500 Helferinnen und Helfer.

Im Detail: Es waren 11.000 Delegierte, 1200 Journalisten und mit 9500 Observern doppelt so viele wie bei früheren Klimakonferenzen üblich. 14-Tage und manche Nächte wurde verhandelt, aber auch ganz viel präsentiert, debattiert und ausgetauscht und vielleicht wurde auch die eine oder andere Freundschaft geschlossen. Der deutsche Pavillon bot dafür eine gute Möglichkeit. Rund 5000 Besucher gab es dort in etwa 100 Veranstaltungen. 25.000 mit nachhaltigem Kaffee gefüllte Tassen wurden getrunken. Die free coffee diplomacy machte den deutschen Pavillon zu einem beliebten Dreh- und Angelpunkt in der Bonn-Zone.

Ein weiterer oft besuchter Ort war der Talanoa Space, die “Bühne für die Zivilgesellschaft”. Dort wurden nicht nur 70 Veranstaltungen mit NGO, der Wirtschaft und vielen anderen Akteuren durchgeführt, sondern die gelassene Atmosphäre entpuppte sich als Treffpunkt für viele jugendliche Klimaschützer aus der ganzen Welt; sozusagen die „Szene-Ecke“ auf der COP.
Die Konferenz war auch die erste nachweislich umweltfreundliche Weltklimakonferenz. Die Nahverkehrstickets und 600 Leihfahrräder wurden ausgiebig genutzt, aus den über 20.000 Mehrweg-Wasserflaschen wurde an 50 Trinkbrunnen literweise Wasser getrunken, was allein schon einen Müllberg im Umfang von einer halben Million Einwegbechern vermieden haben dürfte. Damit und mit vielen weiteren Maßnahmen dürfte die Messlatte in Sachen Nachhaltigkeit für große UN-Konferenzen deutlich höher gelegt worden sein.

Ein besonderes Dankeschön geht von Seiten der Veranstalter aber auch von vielen Teilnehmern an die Bonner und Bonnerinnnen, die sich als wunderbare Gastgeber präsentiert haben. In der Stadt wird es ab morgen etwas ruhiger, wenn die meisten Delegationen abgereist sind. Mit im Gepäck haben sie durch den Verhandlungsfortschritt eine gute Ausgangslage, die es erlauben sollte, an der COP24 in Katowice das Regelwerk zum Parisabkommen zu verabschieden und damit den Kampf gegen den Klimawandel international zu beschleunigen. In diesem Sinne, nach der COP ist vor der COP.

Von Anatol Itten, BMUB-Referent bei der COP23