COP 23: Heute geht es auf die Zielgerade

tropfen_pflanze_kp_1200_crGuten Morgen aus Bonn! Wieder kein Sonnenaufgang – und das am Afrika-Tag der COP, an dem sich ein ordentlicher Promiauflauf mit 30 Staats- und Regierungschefs und weit über 100 Minister*innen ankündigt. Zumindest gibt es eine aufgeweckte Ministerin, die heute schon 7.30 Uhr die Delegationsbesprechung eröffnet, mit dem Fazit, dass wir bei den Verhandlungen wirklich gut vorangekommen sind. Und es gibt einen Geburtstag. Der Anpassungsfond wird morgen 10 Jahre und feiert dies auch, im alten Bonner Rathaus.

Herzlichen Glückwunsch!

Womit wir bei den Inhalten wären. Am Ende geht es da ja “nur” um Texte.

Wie sehen die derzeit aus? Ein kurzer Blick ins Innere:

Minderung: Unheimlich langer Text, in dem viele unterschiedliche Positionen sind zu der Frage zusammengetragen wurden, wie eine Treibhausminderung bestenfalls erreicht werden kann.

Transparenz: Gut strukturierter Text, der eine gute Entscheidungsgrundlage für das sogenannte Regelbuch darstellt, in dem zum Beispiel festgelegt wird, wie CO2 global nach einheitlichen Standards gemessen wird.

Mittels “Reflections-Notes” sollen die Textkoordinatoren übrigens sagen, wie mit diesen Texten und dem Rest der Verhandlungspapieren umgegangen werden soll.

Ein Ergebnis muss am Ende der Tagung beim  Lückenschließer-Prozess vorliegen, offiziell Talanoa-Dialog genannt. Hier muss übermorgen eine Prozedur feststehen, mit der die Staaten sich für das Pariser Abkommen richtig vorbereiten können/sollen und mittel- und langfristigere Klimaziele definieren. Das heißt, möglichst viele Staaten sollten 2020 Klimaziele für 2030 vorlegen können. Das braucht Nudging, Anstöße und ein bisschen Druck und Kontrolle.

Weiter gebaut wird zudem an einer Finanzierungstruktur für gravierende Extremwetterschäden durch Stürme, Fluten und Hurrikans. Hierzu werden weitere größere Geldsummen bereit gestellt.

Wie wichtig das ist, zeigen die Auswirkungen letzter Hurrikans auf einer Reihe von Inselstaaten. Teilweise gibt es dort einen Verlust von 200% des Bruttosozialproduktes, die Infrastruktur bestimmter Inseln ist also komplett weg. Das BMZ ist hier stark engagiert, siehe PM von gestern.

Keine Lösung gibt es bisher bei der Frage, wie die Türkei Zugang zum Green Climate Fund bekommt. Hier hat Staatssekretär die Verhandlungen geführt und er wird dies noch weiter tun.

Und was ist im Talanoa-Space, dem hippen Konkurrenten des deutschen Pavillon los? Der macht wieder eine Extra-Wurst. Hier ist kein Afrika-, sondern ein Inseltag. Außerdem geben sich hier einige große Wirtschaftsverbände die Klinke in die Hand, bei ein paar Kohle… Äh coolen Events zur Dekarbonisierung im Verkehrs- und anderen Sektoren jenseits der Energiebranche. Es hängen also nicht alle bei Macron und Merkel ab… 😉

Apropos, Macron. Der kommt heute beim deutschen Pavillon vorbei – es ist halt, the place to be.

Einen schönen Tag wünscht Stephan Haufe, BMUB-Pressesprecher auf der COP 23

Weitere Informationen:

Green Climate Fund