Kooperation mit Marshall Islands

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Mit einer durchschnittlichen Höhe von max. zwei Metern über dem Meeresspiegel sind die Marshall Islands besonders gefährdet durch Meeresspiegelanstieg, Stürme und starke Regenfälle. Mangel an Trinkwasser, Trockenheit und Ernteausfälle verstärken die ohnehin große Abhängigkeit von Importen. Die nationale Energieversorgung stammt zu 90% aus Importen.

Die Kooperation zwischen dem BMUB und den Marshallinseln deckt die Themenbereiche Minderung, Anpassung und den Erhalt der biologischen Vielfalt ab und bearbeiten somit die zentralen umweltpolitischen Herausforderungen.

Zusammenarbeit bei nationalen Klimaschutzbeiträgen

Die Marshall-Inseln haben sich sehr ambitionierte Klimaziele gesetzt. Zum Beispiel will das Land seinen Energiebedarf zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien decken. Deutschland unterstützt Entwicklungsländer bei der Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) über die sogenannte NDC-Partnerschaft. In Konsultationen zwischen den Regierungen und Gebern, Entwicklungsbanken und Durchführungsorganisationen vor Ort werden dabei der Unterstützungsbedarf des Landes und entsprechende Beratungsleistungen erörtert, priorisiert und ein gemeinsamer Arbeitsplan erarbeitet.

Weiterhin ist auf der COP23 die Gründung eines NDC Pacific Hub angekündigt worden, das durch das BMZ gefördert wird. In diesem Zentrum arbeiten die pazifischen Inselstaaten mit Unterstützung der GIZ zusammen, um die NDC-Umsetzung regional im pazifischen Raum zu fördern.

Projekt zu emissionsarmer Seeschifffahrt

Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) fördert das BMUB ein großes Projekt zu emissionsarmer Seeschifffahrt begonnen, welches die Reduktion der THG-Emissionen aus dem nationalen Seeverkehr zum Ziel hat. Der Seeverkehr ist essentiell für alle wirtschaftlichen Aktivitäten in den Marshall-Inseln, der größte Kostenfaktor bei der Umsetzung staatlicher Programme. Er ist außerdem der größte Verbraucher fossiler Brennstoffe und damit die größte Quelle der Treibhausgasemissionen des Landes. In dem Projekt sollen zunächst alternative kohlenstoffarme Antriebstechniken für Schiffe in der Region geprüft und in einem zweiten Schritt ein Schiff mit der ausgewählten Technik ausgestattet werden. Das Projekt soll eine Signalwirkung für die Umstellung auf einen kohlenstoffarmen Seetransport in anderen Inselstaaten der Region entfalten.

Als Land mit dem weltweit drittgrößten Schiffsregister ist MHL zudem maßgeblich an der Debatte zur Emissionsreduktion bei der International Maritime Organisation (IMO) beteiligt. Das Projekt mit MHL ist daher auch als Unterstützung bei den Verhandlungen im Rahmen der IMO zur Entwicklung einer Roadmap zur Reduktion von THG-Emissionen im Schiffsverkehr wichtig.

Die Ergebnisse des IKI-Projektes sollen auch in die Arbeit des Micronesian Sustainable Shipping Center (MSSC) einfließen, das die Marshall Islands gemeinsam mit der University of South Parific gegründet haben. Dieses Center soll erforschen, wie der Verkehr zwischen den Inseln nachhaltiger und klimafreundlicher werden kann. Die Dekarbonisierung des Schiffsverkehrs war ein wesentliches Anliegen des früheren Außenministers Tony de Brum, der geistiger Vater sowohl des Zentrums als auch der bilateralen Zusammenarbeit mit Deutschland zu diesem Thema ist. Deshalb hat Bundesministerin Hendricks angeregt, das MSSC nach Tony de Brum zu benennen.

Das Projekt „Emissionsarme Schifffahrt“ wird aktuell mit 9,5 Mio. Euro gefördert, die ausschließlich den Marshall-Inseln zugutekommen.

Anpassung an den Klimawandel

Weiterhin arbeitet die IKI mit einem Projekt zu ökosystembasierter Anpassung (EbA – Ecosystem-Based Adaptation) in den Marshallinseln und anderen nordpazifischen Inselstaaten. Besonders vom Klimawandel bedrohte Gemeinden werden dabei unterstützt, Küstenerosion zu reduzieren und die Trinkwasserversorgung zu verbessern. Gesunde, intakte Ökosysteme sind hierbei der Schlüssel für Widerstandsfähigkeit. Die EbA-Maßnahmen werden in zehn Pilotgemeinden erprobt und ihre Wirksamkeit systematisch gemessen.

Wissen und Aufklärung sind hierbei von hoher Wichtigkeit – in einem weiteren Projekt werden sogenannte „Conservation Fellows“ ausgebildet, die die Einrichtung von marinen Schutzgebieten und das Fischereimanagement vor Ort beraten und voranbringen können.

Die beiden Projekte haben ein Gesamtfördervolumen von 7,3 Mio. Euro, die mehreren Ländern zu Gute kommt.

Links

Internationale Klimaschutzinitiative: www.international-climate-initiative.com/de/

NDC Partnerschaft: www.ndcpartnership.org