Halbzeit bei der COP 23

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Und was passiert in der zweiten Woche?

Heute startet die zweite Woche der Weltklimakonferenz. Der Rückblick auf die erste Woche erlaubt folgendes Fazit: Die Bonnerinnen und Bonner haben sich als hervorragende Gastgeber gezeigt – es wird von vielen sehr freundlichen Begegnungen und einer tollen Atmosphäre in der Stadt berichtet. Bewährt hat sich auch das Konzept „eine Konferenz – zwei Zonen“. Mit rund 9000 Plätzen konnte den NGO Vertretern verteilt über beide Zonen ein mehr als doppelt so großes Kontingent zur Verfügung gestellt werden wie bei vergangenen Konferenzen. Das ist wichtig: Denn die kritische Begleitung und die Impulse aus der Zivilgesellschaft sind ausdrücklich erwünscht. Die gut besuchte Bonn-Zone mit ihren hunderten Veranstaltungen zeigt, dass sich die Idee bewährt hat, neben dem Verhandeln auch das Handeln zu stärken.

Auch die Ministerin zog heute Morgen eine positive Bilanz: „Die Konferenz verläuft bisher einwandfrei“, sagte Hendricks auf einer Pressekonferenz in Bonn. Allen Verhandlungsparteien sei an einem konzentrierten Ablauf gelegen. Nach all den guten Vorzeichen bislang freue sie sich auf die zweite Konferenzwoche, in der unter anderem der Bundespräsident, die Kanzlerin und der französische Staatspräsident erwartet würden.

Mit dem Beginn der zweiten Woche gehen die Verhandlungen auf Arbeitsebene zu Ende und die Verhandlungen auf Ministerebene beginnen. Als ein wichtiges Thema hat sich bis jetzt die Frage herauskristallisiert, welche Verpflichtungen die Industrieländer vor dem Jahr 2020 eingehen – das Klimaschutzabkommen von Paris formuliert erst Ziele ab dem Jahr 2020. Viele Entwicklungsländer fordern, das Thema zu einem formellen Verhandlungsgegenstand zu machen.

Deutschland verstehe das Anliegen, das dahinterstecke, sagte Barbara Hendricks. Die Entwicklungsländer fordern von den Industrieländern ein klares Signal, dass sie ihre eigenen Verpflichtungen ernst nehmen. Gleichzeitig sei aber wichtig, dass die Verhandlungen nicht überfrachtet würden. Dazu sagte die Bundesumweltministerin: „Ich möchte deshalb ein ganz klares Signal senden, dass Deutschland und die EU ihre Verpflichtungen einhalten. Wir als EU haben im Vergleich zu 1990 unsere Emissionen um 23 Prozent reduziert, während die Wirtschaft um 53 Prozent gewachsen ist. Das gilt auch für das Ziel, ab 2020 100 Milliarden Dollar jährlich für die Entwicklungsländer zur Verfügung stehen. Die EU hat 2016 über 20 Milliarden Euro mobilisiert, Deutschland ist mit 8,5 Milliarden Euro der größte Geber.“

Ziel Deutschlands sei es außerdem, ein klares Signal an Fidschi und die kleinen Inselstaaten zu senden, dass auch über diese Konferenz hinaus die Anliegen der kleinen Inselstaaten im Fokus der Staatengemeinschaft blieben und sie unterstützt würden.

Die Zusammenarbeit mit Ländern wie den Marshall Inseln sei Deutschland dabei sehr wichtig. Das Land habe sich zu einem sehr ambitionierten nationalen Klimaschutzbeitrag  verpflichtet. „Wir wollen sie dabei unterstützen, dieses Ziel zu erreichen“, sagte Bundesumweltministerin Hendricks in Bonn.

In diesem Sinne hoffen wir auf weiterhin erfolgreiche Verhandlungen in der zweiten Woche!