COP 23: Um diese Inhalte geht es jetzt

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Die zweite Woche startete mit einem wichtigen Side Event: “Advancing Climate Action on the Local Level – Best practices from China and Germany (The Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation, Building and Nuclear Safety (BMUB); Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), ICLEI).”

Auch die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter ist mittlerweile eingetroffen. Sie wird heute ein spannendes Projekt zum Modell der Schwammstadt vorstellen, eine Form der Starkregenbewältigung, wie es derzeit in Bremen ausprobiert wird.

Ansonsten geht es ganz gut voran bei den Verhandlungen – außer – wie es schon immer war – bei “Loss and Damage”. Beim Global Stocktake – der Bestandsaufnahme zu den Minderungsbemühungen der Staaten – und bei den Transparenzregeln – zum Beispiel wichtig für die einheitliche Messung von CO2 – gibt es schon ausführlichere Texte, die bis zum Mitte der Woche abgestimmt werden müssen.

Für den Global Stocktake liegt jetzt ein Entwurf vor, der schon eine detaillierte Schrittfolge beim Vorgehen enthält. Fraglich ist hier, wann dieser Stocktake losgehen soll und ob er eine ausreichende Vorbereitungsphase vorsieht oder nicht. Falls nicht, bestünde eventuell die Gefahrhieße, dass die Datensammlung für die Treibhausgasemissionen lückenhaft wird und auch nicht genug Zeit bliebe, um diese nachzubessern.

Bei den Transparenzregeln ist derzeit vorgesehen, dass es bzgl. der Berichtspflichten zu den Treibhausgasen keinen echten Unterschied mehr zwischen Ländern des Nordens und Südens gibt, was Letzteren nicht so gut gefällt. Hier gibt es noch Verhandlungsbedarf.

Von diesen Ergebnissen kann man sich im Detail selbst ein Bild machen: http://unfccc.int/bodies/apa/items/10159.php

Erster Erfolg: Der Gender Action Plan ist fertig gestellt:
Gleiche Anzahl männlicher und weiblicher Delegierte, eine Art Doppelbesetzung Mann/Frau muss eingeführt werden bei bestimmten Funktionen und Ämtern in den Verhandlungen, Monitoring der Fortschritte im Genderbereich. Die Interessen der Indigenen Bevölkerung sollen zudem mit einer Expertengruppe aus deren Vertretern und Vertretern der Vertragsparteien abgesichert wenden, die die Verhandlungen begleitet. Beide Themen liegen der fidschianischen Präsidentschaft sehr am Herzen.

Und was machen die Bonner? Die stehen auch zum Teil schon mal Schlange: Im Climate Planet – Zelt in der Bonner Rheinaue jedenfalls – dem Eventraum für die Bürger*innen. Da gab es bisher 10.000 Besucher*innen, vor allem letztes Wochenende war das Interesse hier groß. Wer in Bonn ist, kann natürlich auch täglich in die Klima-Lounge des Wuppertal-Instituts gehen und sich dort direkt über den aktuellen Verhandlungsstand informieren lassen oder aktuelle Klimathemen mit Fachleuten diskutieren: https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/4033/

Von Stephan Haufe, BMUB-Pressesprecher auf der COP23