Cyborg? Gibt es wirklich!

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Das praktische bei so großen Konferenzen ist, dass alle Teilnehmende an den einheitlichen (bei der COP23 hellblauen) Bändchen um den Hals zu erkennen sind. Und ganz automatisch wandert der Blick dann gleich neugierig-interessiert zu diesen Gästen aus aller Welt: Woher mögen sie wohl kommen? Fühlen sie sich willkommen? Finden sie sich zurecht? Sicherheitshalber das Lächeln noch eine Stufe hochsetzen.

Und tatsächlich: Die beiden spanisch sprechenden Delegierten im U-Bahnhof Heussallee schauen abwechselnd auf ihr Handy und nach oben auf die Beschilderung. Sie sind unentschlossen, laufen zwischen den beiden Abgängen zu den Gleisen hin und her. Meine Chance: „May I help you?“ Das Lächeln wird erwidert: „Yes, please, Cyborg?!“

Ich frage sicherheitshalber nach – bin ja auch kein Englisch-Muttersprachler und erst ein paar Monate in Bonn. Die Antwort klingt für mich identisch: „Tram to Cyborg. We need to go to Cyborg.“

In meinem Kopf rattert es. Klar, es gibt Klimaskeptiker, -befürworter. Solche, die die Klimaveränderungen runterspielen oder die Klimaanpassungen übertrieben darstellen. Aber so drastische Veränderungen – Maschinenmenschen! – sind mir neu, darüber hatte ich nichts in den Leitungs-Vorbereitungen oder auf der Teilnehmendenliste gelesen. Auch die Polizei hatte keine technisch veränderte Einsatzstaffel erwähnt.

Meine jetzt eigene Verwirrung muss mir anzusehen sein. Die Delegierte hält mir ihr Handy mit der Verkehrs-App hin. Ich bin erleichtert: Siegburg. Die beiden wollen einfach zur Endhaltestelle der 66. Na dann: Bahnsteig B in 8 Minuten.

Verfasser: Joachim Hummel, Referent im COP23-Orga-Team im BMUB